Solarmontage

Solarmontage in der Schweiz

Alles, was Sie ueber die Installation Ihrer Solaranlage wissen muessen: Montagearten, Ablauf, Kosten und gesetzliche Vorschriften.

Die Montage einer Solaranlage ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur eigenen Stromproduktion. In der Schweiz stehen verschiedene Montagesysteme zur Verfuegung, die je nach Dachtyp, Gebaeudealter und aesthetischen Anforderungen zum Einsatz kommen. In diesem umfassenden Leitfaden erfahren Sie alles ueber die verschiedenen Montagearten, den Ablauf der Installation, die damit verbundenen Kosten und die geltenden Vorschriften.

Die drei Montagearten im Ueberblick

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Aufdach-Montage

Module werden auf dem bestehenden Dach montiert. Die gaengigste und kostenguenstigste Variante.

Indach-Montage

Module ersetzen die Dacheindeckung. Aesthetisch ansprechend und ideal bei Dachsanierungen.

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Flachdach-Montage

Aufgestaenderte Systeme auf Flachdaechern. Optimale Ausrichtung frei waehlbar.

Aufdach-Montage: Der Klassiker

Die Aufdach-Montage ist die am weitesten verbreitete Installationsart in der Schweiz. Dabei werden die Solarmodule mit einem Gestell auf dem bestehenden Dach befestigt. Zwischen den Modulen und der Dacheindeckung bleibt ein Abstand von einigen Zentimetern, der eine natuerliche Hinterlueftung ermoeglicht.

Vorteile der Aufdach-Montage

  • Kostenguenstigste Loesung: Keine Aenderung an der bestehenden Dacheindeckung noetig
  • Schnelle Installation: Die Montage dauert in der Regel nur 1-3 Tage
  • Gute Hinterlueftung: Der Luftspalt kuehlt die Module und erhoeht den Wirkungsgrad
  • Flexible Positionierung: Module koennen optimal auf dem Dach platziert werden
  • Einfache Wartung: Module sind leicht zugaenglich und austauschbar

Montagesystem und Befestigung

Bei Schraegdaechern werden Dachhaken durch die Ziegel hindurch an den Dachsparren verschraubt. Auf diesen Haken werden Montageschienen befestigt, auf denen dann die Module mit Klemmen fixiert werden. Das System ist sturmsicher und haelt Schneelasten von ueber 5'400 Pascal stand - wichtig fuer Schweizer Verhaeltnisse.

Die verwendeten Materialien sind in der Regel eloxiertes Aluminium fuer die Schienen und Edelstahlschrauben fuer die Befestigung. Diese Materialien sind korrosionsbestaendig und halten der Schweizer Witterung ueber Jahrzehnte stand.

Indach-Montage: Die elegante Loesung

Bei der Indach-Montage werden die Solarmodule in die Dachhaut integriert und ersetzen die konventionelle Dacheindeckung. Das Resultat ist eine flaechen-buendige, aesthetisch ansprechende Loesung, die sich harmonisch in das Gesamtbild des Gebaeudes einfuegt.

Vorteile der Indach-Montage

  • Aesthetisches Erscheinungsbild: Fuegt sich nahtlos in die Dachflaeche ein
  • Doppelfunktion: Dient gleichzeitig als Dacheindeckung und Stromerzeuger
  • Denkmalschutz: In vielen Kantonen bevorzugt bei schuetzenswerten Gebaeuden
  • Materialeinsparung: Keine zusaetzlichen Dachziegel im Bereich der Module noetig

Wann lohnt sich Indach?

Die Indach-Montage lohnt sich besonders bei Neubauten oder anstehenden Dachsanierungen. In diesen Faellen spart man die Kosten fuer die konventionelle Dacheindeckung im Modulbereich. Bei bestehenden, intakten Daechern ist die Aufdach-Variante in der Regel wirtschaftlicher.

Wichtig: Bei der Indach-Montage ist eine sorgfaeltige Abdichtung essentiell. Die Module muessen regensicher mit dem umgebenden Dach verbunden werden. Wir empfehlen ausschliesslich zertifizierte Indach-Systeme von etablierten Herstellern.

Flachdach-Montage: Freiheit bei der Ausrichtung

Auf Flachdaechern werden die Solarmodule mit speziellen Gestellen aufgestaendert. Der grosse Vorteil: Neigungswinkel und Ausrichtung koennen frei gewaehlt und somit optimal an den Standort angepasst werden.

Aufstaenderungssysteme

Es gibt zwei gaengige Systeme fuer die Flachdach-Montage:

  • Ballastierte Systeme: Die Gestelle werden mit Betonplatten oder Kies beschwert. Keine Durchdringung der Dachhaut noetig.
  • Verschraubte Systeme: Die Gestelle werden direkt in die Dachkonstruktion verschraubt. Hoehere Windstabilitaet, aber Dachabdichtung muss angepasst werden.

In der Schweiz werden haeufig Ost-West-Aufstaenderungen verwendet. Diese haben den Vorteil, dass mehr Module auf der gleichen Flaeche Platz finden und die Stromproduktion gleichmaessiger ueber den Tag verteilt ist. Die geringere Neigung reduziert zudem die Windlast.

Der Montageprozess: Schritt fuer Schritt

Vor-Ort-Begehung und Planung

Ein Solartechniker begutachtet Ihr Dach, prueft die Statik und erstellt eine detaillierte Planung mit optimaler Modulbelegung. Auch die Kabelwege und der Standort des Wechselrichters werden festgelegt.

Bewilligung und Anmeldung

Die Anlage wird beim zustaendigen Energieversorgungsunternehmen (EVU) und bei der Gemeinde angemeldet. In den meisten Kantonen genuegt eine Meldung. Die Bearbeitungszeit betraegt 2-6 Wochen.

Geruest und Sicherung

Vor der Montage wird ein Geruest aufgestellt und Sicherungsmassnahmen gegen Absturz getroffen. Fuer die Sicherheit der Monteure gelten strenge SUVA-Vorschriften.

Montagesystem installieren

Dachhaken, Schienen oder Aufstaenderungen werden montiert. Bei Aufdach-Systemen werden die Haken an den Sparren befestigt. Jeder Haken wird mit mindestens zwei Schrauben gesichert.

Module montieren und verkabeln

Die Solarmodule werden auf dem Montagesystem befestigt und elektrisch verbunden. Die Strings werden gemaess der Planung verdrahtet und zu den Wechselrichtern gefuehrt.

Wechselrichter und Elektroinstallation

Der Wechselrichter wird installiert und mit dem Hausnetz verbunden. Ein Einspeisezaehler wird durch das EVU eingebaut. Optional wird ein Batteriespeicher angeschlossen.

Inbetriebnahme und Abnahme

Die Anlage wird in Betrieb genommen, getestet und durch einen Elektrokontrolleur abgenommen. Das Sicherheitsnachweis-Formular (SiNa) wird erstellt und dem EVU zugestellt.

Kosten der Solarmontage in der Schweiz

Die Montagekosten machen typischerweise 20-30% der Gesamtkosten einer Solaranlage aus. Die effektiven Kosten haengen von verschiedenen Faktoren ab:

  • Dachtyp und Zugaenglichkeit: Ein einfaches Schraegdach ist guenstiger als ein kompliziertes Dach mit vielen Gauben
  • Montagesystem: Aufdach ist guenstiger als Indach (ca. CHF 50-80 vs. CHF 100-150 pro m2)
  • Anlagengroesse: Groessere Anlagen sind pro kWp guenstiger durch Skaleneffekte
  • Region: Lohnkosten variieren zwischen den Kantonen
  • Geruest: Bei mehrstoeckigen Gebaeuden steigen die Geruestkosten

Fuer ein typisches Einfamilienhaus mit einer 10-kWp-Anlage liegen die reinen Montagekosten (ohne Material) bei etwa CHF 4'000 bis 8'000. Inklusive Montagesystem, Verkabelung und Elektroinstallation rechnen Sie mit CHF 6'000 bis 12'000.

Tipp: Vergleichen Sie mehrere Offerten und achten Sie darauf, dass alle Positionen transparent aufgelistet sind. Unser Solar-Konfigurator hilft Ihnen, realistische Kosten fuer Ihre individuelle Situation zu berechnen.

Vorschriften und Bewilligungen

In der Schweiz gelten seit der Revision des Raumplanungsgesetzes 2014 vereinfachte Regeln fuer Solaranlagen. Grundsaetzlich gilt:

Meldepflicht (Mehrheit der Faelle)

Solaranlagen auf Daechern sind in den meisten Faellen lediglich meldepflichtig, sofern sie genuegend angepasst sind. "Genuegend angepasst" bedeutet, dass die Anlage die Dachflaeche nicht wesentlich ueberragt und sich in das Gesamtbild einfuegt. Die Meldung erfolgt bei der Gemeinde und ist in der Regel innerhalb von 30 Tagen bearbeitet.

Baubewilligungspflicht (Sonderfaelle)

Eine Baubewilligung ist erforderlich bei:

  • Anlagen auf Kultur- oder Naturdenkmaelern von kantonaler oder nationaler Bedeutung
  • Anlagen in Kernzonen oder Ortsbildschutzzonen (je nach Kanton)
  • Fassaden-Solaranlagen
  • Freiflaechen-Solaranlagen

Technische Vorschriften

Neben der baurechtlichen Bewilligung muessen Solaranlagen in der Schweiz verschiedene technische Normen erfuellen. Die Niederspannungs-Installationsnorm (NIN) regelt die elektrische Installation. Die Anlage muss von einem konzessionierten Elektroinstallateur angeschlossen werden. Der Sicherheitsnachweis (SiNa) ist zwingend dem Energieversorgungsunternehmen einzureichen.

Fuer die Statik gelten die SIA-Normen, insbesondere SIA 261 fuer Einwirkungen auf Tragwerke. Die Schnee- und Windlasten muessen fuer den jeweiligen Standort berechnet und bei der Dimensionierung des Montagesystems beruecksichtigt werden.

Kantonale Unterschiede

Obwohl das Bundesrecht den Rahmen vorgibt, gibt es kantonale Unterschiede bei den Bewilligungsverfahren. Einige Kantone wie Zuerich oder Bern haben besonders fortschrittliche Regelungen mit schnellen Meldeverfahren. Andere Kantone, besonders in der Innerschweiz, haben teilweise noch restriktivere Regeln in Bezug auf Ortsbildschutz.

Empfehlung: Informieren Sie sich vor dem Kauf bei Ihrer Gemeinde ueber die lokalen Vorschriften. Ein guter Solarinstallateur kennt die Regeln Ihres Kantons und uebernimmt die Anmeldung fuer Sie.

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