PV-Branche

Die PV-Branche in der Schweiz

Marktentwicklung, Wachstumstrends, Energiestrategie 2050 und die Rolle von Pronovo im Schweizer Solarmarkt.

Die Photovoltaik-Branche in der Schweiz erlebt eine beispiellose Wachstumsphase. Getrieben von der Energiestrategie 2050, steigenden Strompreisen und einem wachsenden Umweltbewusstsein in der Bevoelkerung hat sich die Schweiz zu einem der dynamischsten Solarmaerkte Europas entwickelt. In diesem umfassenden Ueberblick beleuchten wir den aktuellen Stand, die Wachstumstreiber und die Zukunftsperspektiven der Schweizer PV-Branche.

6.4 GW

Installierte PV-Leistung Schweiz

+40%

Jaehrliches Wachstum Zubau

10'000+

Arbeitsplaetze in der Branche

~9%

Anteil am Stromverbrauch

Der Schweizer Solarmarkt: Zahlen und Fakten

Die Schweiz hat in den letzten Jahren einen beeindruckenden Zubau an Photovoltaik-Leistung erlebt. Im Jahr 2023 wurden rund 1.5 Gigawatt Peak (GWp) neu installiert - ein Rekordwert, der den Zubau des Vorjahres nochmals deutlich uebertraf. Die kumulierte installierte Leistung liegt mittlerweile bei ueber 6 Gigawatt und deckt damit rund 9% des nationalen Stromverbrauchs.

Besonders bemerkenswert ist die Geschwindigkeit des Wachstums. Noch 2019 lag der jaehrliche Zubau bei rund 330 Megawatt. Innerhalb von nur vier Jahren hat sich der jaehrliche Zubau mehr als vervierfacht. Dieser Trend wird sich voraussichtlich fortsetzen, da die politischen Rahmenbedingungen weiter verbessert werden und die Technologiekosten sinken.

Regionale Verteilung

Der Solarausbau ist regional unterschiedlich stark ausgepraegt. Die Kantone Bern, Zuerich und Aargau fuehren beim absoluten Zubau, waehrend Kantone wie Appenzell Ausserrhoden, Thurgau und Schaffhausen pro Kopf die hoechsten Installationsraten aufweisen. In den Bergkantonen gibt es ein wachsendes Interesse an alpinen Solaranlagen, die im Winter besonders hohe Ertraege liefern.

Die Energiestrategie 2050

Die Energiestrategie 2050 bildet den politischen Rahmen fuer den Ausbau erneuerbarer Energien in der Schweiz. Nach dem Volksentscheid von 2017 hat sich die Schweiz verpflichtet, schrittweise aus der Kernenergie auszusteigen und den Anteil erneuerbarer Energien massiv zu erhoehen.

Ziele fuer die Photovoltaik

Die Energiestrategie sieht vor, dass die Photovoltaik eine tragende Saeule der kuenftigen Schweizer Stromversorgung wird. Die urspruenglichen Ausbauziele wurden mehrfach nach oben korrigiert, da die Technologie schneller als erwartet wettbewerbsfaehig wurde. Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass die Schweiz bis 2050 eine installierte PV-Leistung von 35 bis 50 Gigawatt erreichen wird.

Das Stromgesetz und seine Auswirkungen

Mit dem Stromgesetz, das vom Parlament verabschiedet wurde, werden die Rahmenbedingungen fuer den Ausbau erneuerbarer Energien weiter verbessert. Zu den wichtigsten Massnahmen gehoeren:

  • Hoehere Ausbauziele: Verbindliche Ziele fuer den Zubau erneuerbarer Energien
  • Beschleunigte Verfahren: Vereinfachte Bewilligungsverfahren fuer Solaranlagen
  • Solarpflicht: Pflicht zur Installation von Solaranlagen auf Neubauten ab einer bestimmten Groesse
  • Alpine Solaranlagen: Erleichterungen fuer grossflaechige Solaranlagen in den Alpen
  • Investitionsbeitraege: Fortfuehrung und Ausbau der Foerderprogramme

Bedeutung fuer Eigenheimbesitzer: Die verstaerkte Foerderung und die Solarpflicht fuer Neubauten machen Solaranlagen attraktiver denn je. Wer jetzt investiert, profitiert von aktuellen Foerderbeitraegen und steigenden Strompreisen.

Pronovo: Die Schweizer Foerderstelle

Pronovo ist die nationale Akkreditierungsstelle fuer die Foerderung erneuerbarer Energien in der Schweiz. Als Vollzugsstelle des Bundes ist Pronovo fuer die Abwicklung der Foerderprogramme im Bereich der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien zustaendig.

Einmalverguetung (EIV)

Das Hauptfoerderinstrument fuer Photovoltaikanlagen ist die Einmalverguetung (EIV). Diese ersetzt das fruehere Einspeiseverguetungssystem (KEV) und wird als einmaliger Investitionsbeitrag nach Inbetriebnahme der Anlage ausbezahlt.

Die EIV gliedert sich in zwei Kategorien:

  • KLEIV (Kleine Einmalverguetung): Fuer Anlagen bis 100 kWp. Die Auszahlung erfolgt nach Fertigmeldung und Pruefung durch Pronovo. Aktuell betraegt die KLEIV einen Grundbeitrag plus einen Leistungsbeitrag pro kWp.
  • GREIV (Grosse Einmalverguetung): Fuer Anlagen ueber 100 kWp. Hier erfolgt die Vergabe im Auktionsverfahren. Die Foerderhöhe wird durch Wettbewerb bestimmt.

Foerderberechnung fuer typische Anlagen

Die Einmalverguetung setzt sich aus einem Grundbeitrag und einem leistungsabhaengigen Beitrag zusammen. Fuer eine typische Einfamilienhaus-Anlage mit 10 kWp ergibt sich ein Foerderbeitrag von rund CHF 2'500 bis 3'500. Bei einer 30-kWp-Anlage auf einem Mehrfamilienhaus kann der Beitrag CHF 6'000 bis 9'000 betragen.

Kantonale und kommunale Foerderungen

Zusaetzlich zur Bundesfoerderung ueber Pronovo bieten viele Kantone und Gemeinden eigene Foerderprogramme an. Diese koennen die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage nochmals deutlich verbessern. Die Hoehe und Art der Foerderung variiert stark je nach Standort. Einige Beispiele:

  • Kanton Zuerich: Zusaetzliche Foerderung fuer Batteriespeicher und Warmwasser-Waermepumpen
  • Kanton Bern: Energiefoerderungsprogramm mit Beitraegen fuer PV-Anlagen und Speicher
  • Basel-Stadt: Zusatzfoerderung fuer Solaranlagen und spezielle Programme fuer Mietliegenschaften
  • Kanton Thurgau: Foerderprogramm fuer PV-Anlagen mit ueberdurchschnittlichen Beitraegen

Markttrends und Technologieentwicklung

Sinkende Modulpreise

Die Preise fuer Solarmodule sind in den letzten Jahren drastisch gesunken. Lagen die Modulpreise vor zehn Jahren noch bei ueber CHF 1.00 pro Watt, sind sie heute auf unter CHF 0.20 pro Watt gefallen. Dieser Preiszerfall macht Solaranlagen fuer immer breitere Bevoelkerungsschichten erschwinglich.

Batteriespeicher als Wachstumstreiber

Der Markt fuer Batteriespeicher waechst noch schneller als der PV-Markt selbst. Immer mehr Eigenheimbesitzer kombinieren ihre Solaranlage mit einem Speicher, um den Eigenverbrauch zu maximieren. Die Speicherpreise sind in den letzten fuenf Jahren um rund 50% gesunken, und dieser Trend setzt sich fort.

Agri-PV und Alpine Solar

Zwei innovative Anwendungsbereiche gewinnen in der Schweiz an Bedeutung: Agri-Photovoltaik, bei der Solarmodule ueber landwirtschaftlichen Flaechen installiert werden, und alpine Solaranlagen in den Bergen. Letztere produzieren besonders im Winter viel Strom, wenn die Nachfrage am hoechsten und die Produktion aus anderen erneuerbaren Quellen am niedrigsten ist.

Digitalisierung und Smart Grid

Die Digitalisierung der Energiebranche schreitet voran. Intelligente Wechselrichter, Home-Energy-Management-Systeme und virtuelle Kraftwerke ermoeglichen eine optimierte Nutzung des Solarstroms. Zusammenschluesse zum Eigenverbrauch (ZEV) und lokale Energiemaerkte werden durch digitale Plattformen erleichtert.

Arbeitsmarkt und Wirtschaftsfaktor

Die PV-Branche ist ein bedeutender Arbeitgeber in der Schweiz. Ueber 10'000 Vollzeitaequivalente sind direkt in der Branche taetig - Tendenz stark steigend. Von der Planung ueber die Installation bis zur Wartung bieten sich vielfaeltige Berufsmoeglichkeiten.

Die Wertschoepfung findet zu einem grossen Teil in der Schweiz statt. Waehrend die Module ueberwiegend importiert werden, bleiben Planung, Installation, Elektroarbeiten und Wartung lokale Dienstleistungen. Dies staerkt die regionale Wirtschaft und schafft Arbeitsplaetze, die nicht ins Ausland verlagert werden koennen.

Fachkraeftemangel als Herausforderung

Die groesste Herausforderung der Branche ist der Fachkraeftemangel. Es fehlen ausgebildete Solarinstallateure, Elektriker und Projektleiter. Branchenverbaende wie Swissolar fordern eine Verstaerkung der Ausbildungsangebote und eine schnellere Anerkennung auslaendischer Qualifikationen.

Ausblick: Die Zukunft der PV-Branche Schweiz

Die Zukunftsaussichten der Schweizer PV-Branche sind hervorragend. Mehrere Faktoren sprechen fuer ein anhaltendes, starkes Wachstum:

  • Die politischen Rahmenbedingungen werden weiter verbessert (Stromgesetz, Solarpflicht)
  • Die Technologiekosten sinken weiter, waehrend die Effizienz steigt
  • Steigende Strompreise machen Eigenverbrauch immer attraktiver
  • Elektromobilitaet und Waermepumpen erhoehen den Strombedarf und damit den Nutzen von Solaranlagen
  • Das Bewusstsein fuer Klimaschutz und Energieunabhaengigkeit waechst

Experten rechnen damit, dass die Schweiz bis 2035 eine installierte PV-Leistung von ueber 20 Gigawatt erreichen wird. Das entspricht etwa dem Dreifachen der heutigen Kapazitaet. Fuer Eigenheimbesitzer, Investoren und die Branche insgesamt bedeutet dies enorme Chancen.

Fazit: Die PV-Branche in der Schweiz steht vor einem goldenen Jahrzehnt. Wer jetzt in Solarenergie investiert, profitiert von guenstigen Konditionen, attraktiven Foerderungen und steigenden Energiepreisen. Nutzen Sie unseren Solar-Konfigurator, um Ihre individuelle Anlage zu planen.

Jetzt Solaranlage konfigurieren ➔

Werden Sie Teil der Energiewende

Konfigurieren Sie jetzt Ihre Solaranlage und leisten Sie Ihren Beitrag zur Energiestrategie 2050.

Jetzt konfigurieren ➔